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OS vs. SL - gut doppelt so schnell vom 16. Aug. 2010 aus "Hinter der Matrix"

Wie bereits angekündigt, habe ich jetzt einen Vergleichstest bzgl. der Zeiten für Login und Erstaufbau der Szenerie in Second Life und OpenSim durchgeführt. Zunächst das Ergebnis im Film:

Obere Reihe - drei Logins nach Second Life (Hosting: Linden Lab), untere Reihe - drei Logins nach OpenSimulator (Hosting: TalentRaspel virtual worlds Ltd. private cloud).

Sowohl in Second Life als auch in OpenSimulator wurde eine identische Sim mit gleichem Aufbau und indentischer Anzahl von Prims und Texturen verwendet.  Benutzt wurde der Imprudence-Viewer; der Viewer-Cache wurde vorher jeweils geleert.  Abweichend von den Standardeinstellungen wurde die Bandbreite auf 5000 Mbit/s eingestellt, die grafische Qualität auf Maximum mit einer Sichtweite von 256 m gesetzt und der Voicechat im Viewer abgeschaltet.

Eine schnelle Analyse ergibt, dass der Loginvorgang bei SL ca. doppelt so lange benötigt. Im OpenSimulator-basierten System sind nach dem Login bereits fast alle Prims geladen, in SL erscheint ein Teil der Prims sichtbar erst später. Die Ladegeschwindigkeit der Texturen ist in SL ebenfalls langsamer und es dauert länger, bis auch die letzten Details der Szenerie erschienen sind. Die untere Reihe (OpenSimulator) ist bereits nach ca. 30 Sekunden fertig, die obere Reihe (Second Life) benötigt dafür hingegen ca. 1 Minute.

Zusammenfassend kann aus diesem Experiment geschlossen werden, dass OpenSimulator beim Laden von Inhalten gegenüber einem vergleichbaren Aufbau in Second Life bereits heute ungefähr die doppelte Perfomance (ca. 200%) bietet. Wir werden den Test selbstverständlich wiederholen, sobald sich in Second Life oder in OpenSimulator Verbesserungen bzgl. der perfomancerelevanten Systemarchitektur ergeben.


Kommentare:

allerdings laden in OpenSim einige Teile überhaupt nicht: der Fussboden und der Avatar wink.
Aber das ändert natürlich nichts am Gesamtergebnis.

von .(JavaScript must be enabled to view this email address) am 16. Aug um 14:57 Uhr

Sehr gut beobachtet!

Der Fussboden lädt allerdings schon, hier ist das Terrain nur ein klein wenig zu hoch eingestellt, daher die Wiese im Raum.

Der Avatar lädt nicht, da aus irgendeinem Grund bei geleertem Cache zuverlässig das “Wölkchen-Problem” auftritt. Hier muss ich noch mal in unserem System intern auf die Suche gehen, die Ursache liegt vermutlich irgendwo in einem Konfigurationsdetail. Das Problem verfälscht auf Grund des geringen Anteils an der Gesamtdatenmenge aber die Messung nicht.

von Kai Ludwig am 16. Aug um 15:06 Uhr

“Zusammenfassend kann aus diesem Experiment geschlossen werden, dass OpenSimulator beim Laden von Inhalten gegenüber einem vergleichbaren Aufbau in Second Life bereits heute ungefähr die doppelte Perfomance (ca. 200%) bietet.”

Der Vergleich ist ja lustig und in etwa so aussagekräftig, wie ein Beschleunigungstest zwischen einem Rolls-Royce und einem Lotus Elise.

* Eingeloggte Nutzer: SL = 60.000 / Open Neuland - öhm - aktuell = 4
* Verwaltete Assets auf den Servern: SL ~ 500 TB / Open Neuland = ?
* Anzahl Regionen auf einem Prozessor: SL = 4 bis 8 / Open Neuland = ?
* Anzahl Regionen gesamt: SL = 31.500 / Open Neuland = 132
* Standorte der Asset Server: SL = Kalifornien, Dallas / Open Neuland = ?
...
...

Klar ist die Performance unter diesen Voraussetzungen auf OS schneller. Mit der gleichen Masse an Inhalten und Nutzern, wie der Vergleichspartner, wäre OS aber maximal genauso schnell, wenn nicht sogar langsamer.

Schade, dass die gut gestartete Grid Gazette, in ihrer bisher neutralen und sachlichen Art, so schnell schon in die Klassenkampf-Ecke ihres großen Bruders IT&W geschoben wird.

Gruß
Gordon

von .(JavaScript must be enabled to view this email address) am 16. Aug um 19:45 Uhr

Leider völlig falsch analysiert und nicht gerade von technischem Sachverstand oder wissenschaftlicher Methodik zeugend.

Wer genau liest, wird erkennen, dass der Test keinerlei Vorverurteilung beeinhaltet, sondern sich um einen fairen Vergleich bemüht.

In meinem sehr objektiven Vergleich unter klar definierten Laborbedingungen wurde explizit die Performance einer auf genau einem Server laufenden Fullprim-Sim aus Second Life mit einer ebenfalls auf genau einem Server laufenden Sim in OpenSimulator verglichen. Beide Sims wurden zum Zeitpunkt des Vergleichs nur von einem Benutzer besucht und sind extra mit identischem Inhalt ausgestattet worden. Also sind die Ausgangssituationen bzgl. der Sims sauber vergleichbar und als Variable eliminiert.

Im Test geht es dann genau darum, ausschließlich die Leistungsfähigkeit der im Hintergrund operierenden Systeme zu vergleichen. Eben Dinge wie Assetserver, Protokolle, interne Architektur und so weiter. Wenn Second Life, warum auch immer, bei identischem Siminhalt in auf den getesteten Sims vergleichbarer Lastsituation nur etwa die Hälfte der Performance bietet, dann zeigt es genau die aktuelle Schwäche der im Hintergrund liegenden Systeme auf.

Man kann durchaus erwarten, das LL Maßnahmen trifft, um die Performance der Hintergrundsysteme auch bei hohen Benutzerzahlen in einem akzeptablem Bereich zu halten. Das System hat geeignet skalierbar zu sein, so daß die Performance eben genau nicht bei Erhöhung der Benutzerzahl einknickt. Und genau hier hat uns ja Philip Rosedale auch in kürzester Zukunft erhebliche Verbesserungen versprochen. Wir werden das einfach erneut testen und vergleichen, sobald sich etwas getan hat.

von Kai Ludwig am 16. Aug um 22:19 Uhr

@ Gordon Twine: jemand, der in Zusammenhang mit einem technischen Vergleich die Vokabel “Klassenkampf”  in den Mund nimmt und damit versucht, der Grid Gazette Unsachlichkeit zu unterschieben, hat alle Kriterien zum Troll erfüllt und fliegt hier ganz schnell raus. Ich lasse deinen Post trotzdem als schlechtes Beispiel stehen, aber auf deine “Kommentare” kann die Grid Gazette in Zukunft verzichten.

Um es klar zu sagen: das hier ist kein Forum, und wer ein bisschen trollen will, kommt hier nicht weit. Dein Engagement als selbsternannter SL-Evangelist in allen Ehren, aber in dieser Form toleriere ich weder das noch das Gegenteil (genaugenommen toleriere ich in dieser Form garnichts). Was da unten in Grün steht, ist Buchstabe für Buchstabe so gemeint. Ich habe lieber keine Kommentatoren als solche.

von .(JavaScript must be enabled to view this email address) am 17. Aug um 7:15 Uhr

Hmm, ich will nicht meckern und der Test zeigt sicher auch interessante Grundtendenzen. Aber auch die Argumente von Gordon sind nicht von der Hand zu weisen. OK, ihr habt genau eine Region auf genau einem Server genommen (wie auch immer Ihr das in SL gemacht habt). Aber, wenn ich das richtig verstehe laufen doch die Inventory- und Assetservices zumindest im OpenSIM immer noch auf einem zentralen Server (zumindest in der 0.69er Version). Ich geh mal davon aus dass das in SL auch so ist. Und wenn das so ist dann macht sich die Anzahl der eingeloggten User schon bemerkbar egal ob sie auf der Region oder irgendwo in SL angemeldet sind. Die nächste Frage wäre ob die getesteten Regionen auch auf ne extra MySQL-Datenbank zugreifen. In OpenSIM kann ich mir das vorstellen aber in SL werden die Datenbanken sicher von sehr viel mehr Regionen genutzt. Und umso grösser diese Datenbank ist umso schlechter ist leider auch die Performance.
Auch ist es bei weitem nicht so dass im OpenSIM immer alle Objekte sofort geladen werden. Auch hier wartet man manchmal ziemlich lange bis alles da ist.

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin ein grosser Fan von OpenSIM und habe auch einige Regionen in Metropolis am Laufen aber dieser Artikel klingt wirklich so als ob hier jemand versucht SL um jeden Preis schlecht zu machen. Dabei ist das doch gar nicht nötig. Das schaffen die schon selber wink

von Brunhild am 17. Aug um 8:49 Uhr

Stimmt. Nicht 1 Sim/Server, sondern 1 Sim/Core. Danke für den Hinweis.

Vergleichstests in verteilten Systemen sind schwierig. Man muss abgrenzen, was zum Testobjekt gehört und was nicht. Der Test kann hier auch nur ein tendenzielles Ergebnis liefern.

Eigentlich werden zwei Produkte verglichen.
a) LL: “Full Regions are the premier island product. These regions can handle the most avatars and scripts and offer the highest performance.” ($1000 Setup, $295/Monat)
b) TalentRaspel: “Standard-Sim, bis zu 30k Prims, Hochleistung aus der Private Cloud, OpenSimulator” (0 EUR Setup, 30 EUR/Monat)

Beide sollten optimale Leistung für möglichst wenig Geld (“Bang for the Buck”) liefern, egal wie. SL macht das auf seine Weise und hat beim getesten Produkt schlechtere Werte. OpenSimulator kann z. B. aufgrund der Hypergridarchitektur sogar pro Kunde/Sim je ein separates Minigrid mit allen benötigten Servern schalten und damit die Performance pro Region in dem getesten Maße für das Produkt sicher halten.

Für SL besteht Hoffnung, denn Philip Rosedale hat uns hier aktuell u. a. folgendes versprochen:
- Man werde sich auf die Beseitigung des Lags konzentrieren.
- Die Startzeit bis zur Anzeige von Content soll halbiert werden

Gordons Einwände gehen einfach am Thema vorbei, da beim Test der im Hintergrund liegenden Systeme eben genau diese getestet werden sollen.

- Eingeloggte Nutzer: Einer pro Sim. Alle anderen belasten nur das Hintergrundsystem.
- Verwaltete Assets auf den Servern: Der ISILON Storage Cluster und die S3 Auslagerung gehören zum Hintergrundsystem.
- Anzahl Regionen auf einem Prozessor: Jeweils eine.
- Anzahl Regionen gesamt: Belasten nur das Hintergrundsystem.
- Standorte der Asset Server: Netzwerkarchitektur gehört zum Hintergrundsystem.

von Kai Ludwig am 17. Aug um 11:28 Uhr


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