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07. September 2010: Virtuelles Aussehen beeinflusst das Verhalten 

Was wir als „alte Hasen“ in virtuellen Welten schon immer ahnten, ist jetzt wissenschaftlich erwiesen:

Das Aussehen des Avatars beeinflusst das Verhalten der Menschen hinter der Figur

Besonders für Firmen, die ihre Meetings, Konferenzen und sogar die Ausbildung ihrer Mitarbeiter in 3-D-Welten verlagern, könnten diese Erkenntnisse wichtig sein, da Mitarbeiter von Unternehmen in der Regel keinen zweiten Gedanken an das Aussehen ihrer Avatare verschwenden.

Amy Baylor, Professorin an der Florida State University hat in ihrem Artikel „Förderung der Motivation mit virtuellen Agenten und Avataren: Die Rolle der visuellen Präsenz und des Auftretens“ verschiedene Studienergebnisse zusammengefasst.

Ob der Avatar alt oder jung, groß oder klein, dunkel oder hell gekleidet ist, beeinflusst signifikant das Verhalten des Menschen hinter der Figur. Nicht nur „In-world“ verhalten sich große Avatare bei gestellten Verhandlungsaufgaben aggressiver und zuversichtlicher als kleine, auch in der realen Welt bei „Face-to-face“-Interaktionen der Versuchspersonen sind diejenigen, die größere Avatare hatten, angriffslustiger als diejenigen mit kleineren Avataren. Das Verhalten im realen Leben hat demnach seinen Ursprung in vorher generierten virtuellen Interaktionen.

Wenn der Avatar der Person ähnelt, beeinflussen die Aktionen in der vituellen Umgebung das Verhalten im realen Leben. Versuchspersonen, deren ihnen ähnliche Avatare in virtuellen Umgebungen Sport trieben, Gewicht reduzierten oder älter wurden, trieben im realen Leben signifikant mehr Sport, ernährten sich merklich anders und nahmen ab oder schlossen deutlich öfter eine Altersvorsorge ab als eine Kontrollgruppe ohne vituelles Pendant.

Diese Forschungsergebnisse können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Positiv ist zu vermerken, dass virtuelle Umgebungen für ein effektives Lernen genutzt und Verhaltensweisen auch im realen Leben verändert werden können. Die Kostenersparnis für Unternehmen kann in diesen Bereichen enorm sein.
Negativ wäre, dass die Möglichkeit, das Verhalten durch das Erscheinungsbild des Avatars zu beeinflussen von Vorgesetzten oder Verkäufern ausgenutzt wird, um Untergebene oder Kunden in ihrem Sinne zu manipulieren.

Je früher Unternehmen jetzt in 3-D-Welten eintauchen um diese zu erforschen, desto besser werden sie bereit sein, wenn der Großteil von Wirtschaft und Handel in einer virtuellen Umgebung durchgeführt wird.
[via Hypergrid business]



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