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24. August 2010: Die toten Projekte von Second Life [upd.] 

Tateru Nino, Journalistin und u.a. Schreiberin für Massively.com und The Metaverse Journal, stellt einige der Projekte vor, die Linden Lab im Laufe der letzten Jahre offiziell gestartet und mehr oder weniger inoffiziell wieder begraben hat:

  • Puppeteering - Avatare mit Skelett: damit sollten Avatar-Animationen inworld und in Echtzeit hergestellt werden können. Das Projekt wurde 2008 eingestellt.
  • Physical Avatars (Avatar 2.0) - sollte das “Puppeteering” unterstützten, wurde dem Entwickler zufolge wegen der “holprigen”  SL-Codebase zusammen mit Puppeteering eingestellt.
  • Script Limits - mit diesem Projekt sollten die Script-Ressourcen besser auf Parcels bzw. Avatare verteilt und damit der Lag reduziert werden. Laut Entwickler “sehr tricky” zu implementieren, würde LL aber erhebliche Vorteile bringen. Daher ist unklar, ob das Projekt wirklich tot ist.
  • Project Firefly - sollte den Second Life-Viewer selbst scriptfähig machen: der genaue Umfang des Vorhabens ist unbekannt. Vielleicht handelte es sich um einfache Änderungen des Interfaces, vielleicht auch um die scriptgesteuerte Automatisierung des Viewers. Linden Lab hat auf Anfrage geäußert, dass Firefly “im frühesten Stadium” steckt, aber keinen Zeitrahmen gegeben.
  • C# Scripting - Linden Lab hat in der Vergangenheit des öfteren zusätzliche Programmiersprachen in SL angekündigt. Das C#-Projekt wurde laut Babbage Linden (Update: Transcript vom 30.06.) im vergangenen Jahr aufgrund der gegenwärtigen Umstrukturierungen offiziell eingestellt.
  • Second Life Enterprise - offiziell eingestellt laut Philip Rosedale, bestätigt durch einen Linden Lab-Sprecher.
  • Mesh-Importe - nach der Entlassung des Entwicklers Karl Stiefvater ist das Schicksal der Meshes in Second Life unklar. Laut Linden Lab wurde das Projekt nicht beendet.
  • Gesichtserkennung per Webcam - wahrscheinlich ein Projekt des Lotus-Gründers und Linden-Board-Vorsitzenden Mitch Kapor, das nach außen als Linden Lab-Projekt dargestellt, offenbar aber nie gestartet wurde.
  • Mobiler Viewer - von Philip Rosedale während der SLCC erwähnt, sind die Details völlig unklar - außer dass der Viewer auf dem iPad laufen soll. Damit kann nur gemeint sein, dass die Inhalte nicht auf dem iPad selbst berechnet, sondern als Ergebnis gestreamt werden.
  • SpeedTree - eine fertige Middleware zur Einbindung von hochwertigen Pflanzen, deren Lizenz Linden Lab gekauft hatte. Das Projekt wurde 2006 offiziell beendet, da es laut Linden Lab “die SL-eigene Vegetationsindustrie über Nacht in den Ruin getrieben” hätte. Tatsächlich waren aber offenbar die Lizenzkosten zu hoch.
  • Zuverlässiges Inventar: die Inventardienste in SL sind oft unzuverlässig - Inventar geht verloren oder wird nicht komplett in den Viewer kopiert. Der Übergang zu einem TCP-basierten Service sollte die Fehler beseitigen und das Laden des Inventars erheblich beschleunigen. Sollte im Januar 2009 veröffentlicht werden - seitdem ist es still darum geworden.
  • HTTP-Texturen - ähnlich wie beim Inventar: das jetzt verwendete Protokoll ist langsam und neigt zu Aussetzern. Seit einigen Jahren wird ein TCP-basierter Service diskutiert, in Second Life aber bisher nicht realisiert, obwohl der neueste Viewer 2.0 eine gut versteckte Funktion dafür haben soll. OpenSimulator geht diesen Weg schon seit längerem, und es scheint, als ob Linden Lab jetzt auch bald nachzieht.

Es gibt sicher noch andere vielversprechende, aber tote Projekte, vor allem nach den Massenentlassungen der letzten Wochen.



aus: Virtuelle Welten  von .(JavaScript must be enabled to view this email address)  | 8x kommentiert, 1831x angesehen |



   
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