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15. December 2010: Aurora-Sim - OpenSimulator+ oder Spaltersoftware? 

Danke an Bogus, der hier darauf aufmerksam macht, dass die Aurora-Sim (eine modifizierte OpenSimulator-Version) nun über ein eigenes Repository bei github verfügt.

Bei der Aurora-Sim handelt es sich im Wesentlichen um eine auf OpenSimulator basierende und um eigene Fehlerbereinigungen bzw. Funktionalitäten ergänzte Version. Es ist allerdings noch nicht ganz klar, in welcher Größenordnung das Projekt betrieben wird und ob es für professionellen Einsatz genügend Sicherheiten bietet.

Es gibt schon eine ganze Menge paralleler Projekte zur originalen OpenSimulator Kernentwicklung. Kommerzielle mit geschlossenem Code (z. B. der OpenSimServer von 3Di oder auch das proprietäre System von OpenLife), Kandidaten mit offenem Code (z. B. realXtend, SimianGrid, u. a.). Einige spalten sich komplett ab, andere haben komplett unterschiedliche Architekturen und manche geben nach einiger Zeit auch wesentliche Dinge in die OpenSimulator Kernentwicklung zurück.

Aus Sicht der Standardisierung bleibt zu bemerken, dass jedes Projekt, das per “fork” eine eigene Entwicklung aufmacht, zunächst Ressourcen von der Kernentwicklung abzieht und die Anwenderbasis zerstreut. Wenn solche Projekte aber regelmäßig die Neuerungen der Kernentwicklung nachziehen, somit kompatibel bleiben und ausserdem ihre eigenen Entwicklungen so modular (Module, Patches, usw.) halten, dass eine Rückführung in die Kernentwicklung möglich ist, dann tragen diese schlussendlich zum Gesamtfortschritt bei. Saubere Vorgehensweisen, systematische Versionierung und vor allem der nötige Manpower entscheiden hier darüber, ob ein zur OpenSimulator-Kernentwicklung paralleles Projekt aus professioneller Sicht ein zu berücksichtigender Kandidat ist.

Bei der Aurora-Sim setzen genau hier die Fragen an, die man sich im Moment stellen sollte.

Wird die Entwicklung der Aurora-Sim Schritt halten können, so daß wir eine Art OpenSimulator+ (also minus Fehler und plus Funktionaliät) bekommen oder wird das Ganze ein immer mehr eigenständig werdender Seitenast, der allen darauf setzenden das Risiko eines Projekttodes mangels Entwicklerkapazität beschert?

Da OpenSimulator gerade ein paar heftige Veränderungen durchmacht und in der aktuell im OSGrid angebotenen Version nicht zu empfehlen ist (wir berichteten), ist in der nächsten Zeit bei OpenSimulator mit viel wesentlicher Weiterentwicklung und Veränderung zu rechnen. Hier muss nun die Aurora-Sim zeigen, ob ihr Management dem Rechnung tragen kann. Falls nicht, bekommen wir ein zweites bedeutungsloses realXtend.

Wenn es aber gelingt, die Aurora-Sim immer in Kern als eine communityorientierte Erweiterung der jeweils bestehenden OpenSimulator-Version zu halten, dann machen sowohl ihr Einsatz als auch Engagement in ihre Entwicklung Sinn. Hier könnte tatsächlich ein Weg aus der Krise liegen, da die OpenSimulator-Kernentwickler weiterhin in ihrem Sinne entwickeln können und werden. Eine mit Manpower und entsprechender Professionalität gepflegte, auf OpenSimulator aufbauende Version würde aber viele Sorgen und Nöte der Anwendergemeinde viel besser adressieren können.

Wir sind gespannt und beobachten das Thema. Sollte sich zeigen, daß die Aurora-Sim auf den Wellen der OpenSimulator-Entwicklung oben auf schwimmen kann, denkt das TalentRaspel-Management über die Einführung eines offenen und auf der Aurora-Sim basierenden Grids mit Anschlussmöglichkeit aussenstehender Sims nach. Im Sinne eines europäischen OSGrids könnte sich hier eine Möglichkeit für die notwendige Einigung der OpenSimulator-Aktivitäten anbieten, da systemtechnische Offenheit und professionelles Management zusammenkämen. Auch zur Entkopplung von der meist anders ausgerichteten und schwer zu beeinflussenden OpenSimulator-Kernentwicklung böten sich so Ansätze, in die sicher auch Entwicklerkapazitäten aus der Community integriert werden könnten.



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